3D - die dritte Dimension

Die Unterhaltungselektronik bereitet den Weg in die 3D-Zukunft: Alle großen Fernsehgeräte-Hersteller haben bereits 3D-taugliche Modelle angekündigt. Einige davon sind sogar schon seit März im Handel. 3D-Geräte werden von allen wichtigen Marken erwartet. Für die nächste Generation der Blu-ray-Player wird die 3D-Fähigkeit ebenfalls zu den interessantesten Ausstattungsmerkmalen zählen, die ersten Modelle dieser Geräteart sind bereits zu haben.

Parallel zu den Initiativen der Industrie macht sich das Fernsehen fit für die 3D-Zukunft: Seit Anfang Mai strahlen die Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat Demo-Kanäle für 3D-Programme aus. In Großbritannien können Fußballfans seit April sogar schon regelmäßige 3D-Übertragungen genießen: Sky bringt das plastische Rasengeschehen zwar vorerst nur in Pubs und Bars auf öffentliche Bildschirme, aber der Anfang ist gemacht. Selbst Aufnahmen von der Fußball-Weltmeisterschaft gab es schon in 3D zu sehen.

Um 3D-Motive perfekt darstellen zu können, arbeiten alle 3D-tauglichen Fernsehgeräte mit hohen Bildwechselfrequenzen von mindestens 200 Hertz. LCD-Fernseher modulieren zusätzlich noch das Licht der Bildschirmhinterleuchtung. Diese technischen Kunstgriffe leisten auch einen wichtigen Beitrag zur perfekten Wiedergabequalität für normale und HDTV-Bilder: Sie tragen wesentlich zur flüssigen Darstellung schneller Bewegungen bei.

Die dreidimensionale Wahrnehmung elektronischer Bilder setzt zwei aus leicht unterschiedlichen Winkeln aufgenommene oder errechnete Teilbilder voraus. Diese Bilder ahmen nach, wie Menschen in natürlicher Umgebung sehen. Stereoskopie heißt der Fachbegriff für diese Art der Sinnestäuschung, die mit Standmotiven ebenso funktioniert wie mit bewegten Bildern.

3D-Fernseher zeigen die beiden Motive der stereoskopischen Bilderpaare für das linke und das rechte Auge nacheinander. Spezielle Brillen, deren Gläser aus LCD-Scheiben bestehen, versperren abwechselnd dem linken und dem rechten Auge den Blick. Somit stellen sie sicher, dass jedes Auge stets nur die richtigen Teilbilder zu sehen bekommt. Die Fernsehgeräte steuern den Takt der Shutterbrillen, so heißt diese Art der 3D-Sichthilfen in der Fachsprache, mit Infrarot-Signalen.
Damit die Synchronisation wirklich fehlerfrei klappt, empfiehlt es sich, nur solche Brillen anzuschaffen, die der Hersteller passend zum Fernsehgerät anbietet. Andernfalls können Unschärfen und schattenartige Geisterbilder den 3D-Genuss trüben.

3D-Medien, ob Einzelbilder, Videos von der Bluray-disc, Fernsehprogramme oder Videospiele, liefern die 3D-Motive in unterschiedlichen Kodierungen. Die aktuellen 3D-Fernseher können bereits alle üblichen 3D-Bildsignale identifizieren und für die richtige Darstellung aufbereiten. Spezielle, ergänzende Erkennungssignale leisten dazu wichtige Unterstützung. Sie sind bereits standardisiert: 3D-Kennungen gehören zu den jüngsten Spezifikationen der digitalen Schnittstelle HDMI (Version 1.4a), über die Bilder und Töne von Blu-ray-Playern, SetTop-Boxen oder Spielkonsolen ins Fernsehgerät gelangen. Das DVB Projekt, die Standardisierungsorganisation des digitalen Fernsehens, wird diese Spezifikationen in ihre 3D-Normen aufnehmen. Folglich sind 3D-Fernseher schon heute zukunftssicher.


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